Artikel:
Worauf beruht die Metamorphische Methode?
Was stellen die Anwender ihren Klienten als Grundlage zur
Verfügung? Warum werden viele Menschen im Verlaufe einer
Sitzung geistesabwesend, träumerisch, haben das Gefühl,
in einer anderen Welt zu sein: „ Es war, als ob ich schliefe,
und dennoch war ich mir Ihrer leichten Berührung an meinen
Füßen bewusst “ – oder auch: „Mein
Kopf wurde leer – ich war hier und doch nicht hier“?
Die Aufgabe eines Anwenders ist es, den Klienten durch Nichtverhaftung
einen (Nähr)boden zur Verfügung zu stellen, der frei
von jeder Richtungsvorgabe ist. Diese Nichtverhaftung wird folgendermaßen
definiert: Nichts außer den Fakten wahrzunehmen, ihr Vorhandensein
ohne Urteile, Vergleiche oder irgendeine mentale Bewertung zur
Kenntnis zu nehmen und dann diese Dinge auf sich beruhen zu lassen.
Fakten sind die innere und äußere Wahrnehmung des
Selbst: das kann ein Schmerz sein, eine Emotion, ein Gedanke,
ein Geräusch, die Farbe des Lichts, der Grund für eine
Frage. Nichtverhaftung scheint die Gehirntätigkeit zu hemmen
und die zwei Hemisphären ins Gleichgewicht zu bringen, der
Intellekt tritt in den Hintergrund.
Wenn jemand einwilligt, eine Sitzung mit der Metamorphischen
Methode zu bekommen, lässt er sich gewissermaßen darauf
ein, seiner eigenen natürlichen Transformationsbewegung
keine Hindernisse mehr in den Weg zu legen. Dies trifft auf Sterbende,
den gestressten Manager, geistig Behinderte und auch auf Babys
zu. Die beiden letztgenannten Gruppen haben den Vorteil, dass
ihr Verstand nicht um jeden Preis die Kontrolle und den Status
quo aufrecht erhalten will. Bei den Babys haben sich die physischen
Muster noch nicht in der Materie verfestigt. Für uns alle
scheint dies einen einfacheren Zugang zu demjenigen Teil des
Gehirns zu bedeuten, der Wachstum, Entwicklung, Heilung, Transformation
und Kreativität kontrolliert. Intelligenz statt Verstand,
das Bewusstsein und die lebendige Kraft des Menschen vereinigen
sich in tiefer Kommunion.
Ein Zustand der Resonanz entsteht zwischen Anwender und
Klient. Der denkende Geist des Anwenders steht unter der
Kontrolle seines Bewusstseins, wird nur zur Bezeugung der Fakten
eingesetzt und in Schach gehalten, so dass Interventionen fehlen.
Der Geist des Klienten ist vielleicht sehr unruhig, anscheinend
damit beschäftigt, Lösungen für Probleme zu finden,
die meistens sowieso seine eigenen Erfindungen waren. Angesichts
des friedlichen Geistes des Anwenders und der erhöhten
Kraft seines Bewusstseins, beruhigt sich der unruhige Geist des
Klienten und die ihm eigene Lebenskraft kann kreativ handeln,
da diese Kraft nicht länger vom Verstand mit Beschlag belegt
wird.
Es ist, als ob sich die Schwingungen von Klient und Anwender
in einem Tanz der Formen vereinigten und aus alten, gelösten
Mustern neue Muster in das Gewebe des Lebens gewoben würden.
Sept 2003
Übersetzt von Christine Pieler und Karin Monte
< Artikel
|
 |